Die Österreichische Computergesellschaft und die Knowlegde Management Austria luden am 9.6.2006 nach Wien zu einem Hauskongress (so etwas gibt es nur in Wien) mit dem Thema IT´s T.I.M.E (Technology, Information, Mind & Exploration, ein sehr anspruchsvolles Programm für einen Tag mit zwei Sessions zum Wissenmanagement (Knowledge Management & Knowledge Politics) und zum Software Engeneering mit hochkarätiger Besetzung. (Anlass dazu gab die Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes 1. Klasse an Herr Prof. Dipl. Inf. Günter Koch, langjähriger Geschäftsführer der größten österreichischen Forschungseinrichtung Austria Research Center (bekannt auch unter dem Namen Forschungszentrum Seibersdorf).
Es war erstaunlich was man an diesem Tag alles hören und sehen konnte. Zu sehen war ein phantastischer Blick auf Gesamt-Wien vom Techgate Tower auf der Donauinsel. Erinnere ich mich doch, das erste Projekt zwischen Österreich und Deutschland, initiiert durch ein Forschungsabkommen von Bruno Kreisky und Willy Brandt Anfang der 80iger, mit gestalten zu dürfen. Wien war noch eine verschlafene Großstadt, grau, phlegmatisch, sozusagen am Ende der Welt. Das Thema war damals IV+V, Informationsvermittlung und –verarbeitung, heute Wissensmanagement genannt. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte bis heute.
Heute leuchtet Wien städtebaulich, zeigt seinen Reichtum und seine Energie, die östlichen Märkte mit Dienstleistungen erfolgreich zu beliefern. Dies prägt auch die Qualität der Forschung im Bereich Wissensmanagement und Wissensbilanzierung. Die Ergebnisse aus den Arbeiten sind schon beim BMWi in Deutschland im Einsatz, Österreich entpuppt sich auch hier als ein Leader in Europa, Ergebnisse der Forschung direkt auch in die Praxis umzusetzen: So konnten wir Vorträge der Österreichischen Akademie hören (Frau Dr. Claudia Heilmann-Sennhenn), die eine Wissensbilanz einführte, ebenso über ein Projekt mehr erfahren, wie eine Wissensbilanz in einem Ministerium eingeführt werden kann (Herr Dr. Andreas Brandner). Europäisch wurde es mit Prof. Ahmend Bounfour von der Süd-Universität von Paris über das Thema von intellektuellem Kapital in Nationen, Regionen und Städten und dem Methoden-Beratungskasten AREOPA des Belgiers Dr. Ludo Pyis, der es schafft intellektuelles Kapital in herkömmlichen Bilanzen darzustellen und so die Werte, gerade von Dienstleistungsunternehmen, genauer darstellen kann. Der international bekannter Quantenphysiker Prof. Anton Zeilinger (www.quantum.univie.ac.at/zeilinger/ ) reicherte die hoch interessanten Vorträge mit einer von der Philosophie abgeleiteten Technologie der Informationsübertragung ab, in dem er subjektive und objektive Zufälle unterscheidet und Informationen verschlüsselt (abhörsicher) weiterleiten kann, ohne das hierfür vorher Vereinbarungen getroffen werden müssen. Ein sehr brisantes Thema in einer fortgeschrittenen Testphase, das durch Überlegungen meinerseits mit einer Gruppe von Physikern in Freiburg unabhängig davon weiterentwickelt (oder anders entwickelt) wurde: hier geht man davon aus, dass Zufälle überhaupt nicht existieren, kann dies auch nachweisen und tritt hierdurch in eine völlig neue Art der Informationsverarbeitung ein, bei der keine Informationen mehr übertragen werden müssen, um entscheidungsrelevante Kriterien zu erhalten. Es ist ein spannendes Thema geworden, bei dem die deutsche Forschung einiges von den Österreichern lernen kann, vor allem die viel beschworene interdisziplinäre Forschungarbeit, die dort Alltag ist!
Einen herzlichen Dank ist persönlich an Herr Prof. Günter Koch gerichtet, der als Deutscher die österreichische Forschung mit zu diesem Erfolg gebracht hat. (Vorträge s. www.km-a.net unter IT´s TIME). Heute bin ich nach Österreich gekommen, um von den Früchten ernten zu können, die wir damals vor fast 25 Jahren mit gesät hatten. Besser hätte es nicht laufen können!